• Aktuell
  • Schadengutachten und Perspektiven

Schadengutachten und Perspektiven

Schadensgutachten und Perspektiven

Im Bereich der Schadensgutachten werden aktuell, im Wesentlichen, so genannte Blechschäden begutachtet.

Dies erfolgt im Normalfall durch einen Sachverständigen, der durch den Geschädigten oder im Kasko-Schadensfall durch die Versicherung beauftragt wird. In vielen Fällen wird eine Reparatur auch ohne Gutachten durchgeführt, oder aber in der Werkstatt Fotos erstellt.

Hier tummeln sich inzwischen sehr zweifelhafte Unternehmen, wie z. B. 123-Gutachten, die an die Werkstatt Fotoausrüstung und Laptop geben. Von der Werkstatt werden die Daten zu einer Zentrale gesandt, dort ein "Gutachten" erstellt und eine "Provision" an die Werkstatt gezahlt (€ 50,00-€ 250,00).

Vor diesem Hintergrund ist eine Diskussion in der Öffentlichkeit über diese Praktiken dringend notwendig.

Die Beharrlichkeit, mit der manche Teile des Kfz-Gewerbes mit Nachdruck die Meister-HU fordern, darf hier nicht außer Acht bleiben. Sollte eine Meister-HU möglich sein, stellt sich die Frage, ob der Meister bei dieser Qualifikation nicht auch die Schadensgutachten durchführen kann.

Ich persönlich sehe hier die besten Voraussetzungen für den Meister.

Telematiksysteme (E-Call), welche ab 2015 in den Modellen der Hersteller serienmäßig vorhanden sein müssen, werden das Bild im Schadensmanagement nochmals verändern.

Im Moment muss man wohl davon ausgehen, dass die Daten nach einem Verkehrsunfall beim jeweiligen Hersteller ankommen. Es gilt also, dass sich das Schadensmanagement neu orientiert.

Wenn man zeitgleich das Geschehen im Versicherungsbereich beobachtet, Beispiel: VVD wird Volkswagen Autoversicherung und wirbt hier mit folgendem Slogan: "Fachgerechte Reparatur beim Volkswagen Partner (Anspruch auf Originalteile mit Garantie)", dann ist die Frage berechtigt, wer in Zukunft die Schadensabwicklung steuert.

Wenn man nun noch die neuen Techniken in der Schadensbehebung beobachtet, Kleben, Prüfen durch Sensoren, usw., Verwendung neuer Materialien, wie Einsatz von höherfesten Blechen, Tailored Blanks, Tailored Tubes sowie deren spezielle Reparaturmethoden, muss man die Frage stellen: "Wer kann dies fachgerecht instandsetzen und begutachten"?

Ist es nicht an der Zeit, dass hier entsprechende Gremien der freien Sachverständigen tätig werden, um Voraussetzungen zu schaffen, dass die freien und unabhängigen Sachverständigen hier eingebunden werden?

Ist es nicht an der Zeit, die Sachverständigen auf neue Technologien im Bereich der Instandsetzung und Bearbeitung von höherfesten Blechen und Auslesen elektronischer Bausteine und Daten usw., vorzubereiten?

Ist es nicht an der Zeit, für neue Strukturen bei uns zu sorgen, wie Spezialisten im Schadenssektor, in Verbindung mit Kompetenzzentren?


Ausblick:

Nach einem Unfall wird der Hersteller über E-Call verständigt, das Fahrzeug kommt zum Marken gebundenen Händler, dort erstellt der Meister mit seinen Hilfsmitteln, wie Auslesen der Unfall relevanten Daten, das Gutachten und das Fahrzeug wird repariert.

Einfach und logisch!?

Fragen: Was macht der freie Sachverständige?

Was macht die Werkstatt?

Was sagen die Versicherungen?

Drucken E-Mail

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok